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Autor |
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Titel
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Blicke
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3
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In
das Künftige
dringt kein sterblicher Blick. |
Sophokles |
um
497 - 405 v. Chr. |
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4 |
Wir
müssen uns einen hervorragend
tüchtigen Mann
als Muster ausersehen,
den wir immer vor Augen haben,
um so zu leben,
als schaue er auf uns,
und immer so zu handeln,
als hielte er
seinen Blick auf uns gerichtet. |
Epikur
von Samos |
341
- 271 v. Chr. |
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6 |
Wenn
selbsteigene Fehler
mit triefenden Augen
du musterst,
Weshalb ist so geschärft
dein Blick
bei den Mängeln
der Freunde? |
Horaz |
65
- 8 v. Chr. |
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7 |
Unter
dem Blick
deiner Augen
bin ich mir
zur Frage geworden. |
Augustinus
von Hippo |
354
- 430 |
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8 |
Das
Unglück ist ein Sturm,
das Glück ein Sonnen-Blick,
Ertrage, wenn du kannst,
das Unglück
wie das Glück. |
Pythagoras |
~
4. Jhdt. v. Chr. |
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10 |
Den
Tod,
wie die Sonne,
kann man nicht
mit festen Blicken ansehen. |
François
de La Rochefoucauld |
1613
- 1680 |
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11 |
Wenn
ich weiter als andere
gesehen habe,
dann nur deshalb,
weil ich auf der Schulter
von Giganten stand. |
Isaac
Newton |
1643
- 1727 |
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12 |
Die
Schönheit der Dinge
lebt in der Seele dessen,
der sie betrachtet. |
David
Hume |
1711
- 1776 |
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14 |
Unser
Verstand hat die Unart,
nur auf dasjenige
aufmerksam zu sein,
was ihm nicht
der erste Blick entdeckt,
und nachlässig zu übergehen,
was ihm klar war
wie die Sonne. |
Johann
Joachim Winckelmann |
1717
- 1768 |
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15 |
Der
Blick des Forschers
fand nicht selten mehr,
als er zu finden wünschte. |
Gotthold
Ephraim Lessing |
1729
- 1781 |
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16 |
Die
Weisen haben längst bemerkt,
daß etwas Magisches
in dem menschlichen Auge sei;
und bekanntermaßen hat man die Sache
weit genug getrieben, zu glauben,
es gäbe Leute,
welche mit einem bloßen Blicke
vergiften könnten;
- ein Glaube, der zu allen Zeiten
unter den Philosophen
wenig Beifall gefunden hat. |
Christoph
Martin Wieland |
1733
- 1813 |
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18 |
Man
muß nicht über die Vorliebe
Jean Jacques Rousseaus
für die Einsamkeit erstaunt sein:
solche Seelen sind dafür geschaffen,
sich allein zu sehen,
allein zu leben wie der Adler;
die Weite ihres Blicks
und die Höhe ihres Flugs
sind der Reiz ihrer Einsamkeit. |
Nicolas
Chamfort |
1741
- 1794 |
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19 |
Willst
du getrost durchs Leben gehn,
blick über dich!
Willst du nicht fremd im Leben stehn,
blick um dich!
Willst du dich selbst
in deinem Werte sehn,
blick in dich! |
Johann
Caspar Lavater |
1741
- 1801 |
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20 |
Der
Abglanz
Hinter
Wolken die Sonne zu sehn,
gibt trügliche Lichter;
Ohne Wolke sie sehn,
blendet und stumpft das Gesicht.
Also schaue Du sie hienieden
im ruhigen Abglanz;
Taten lehren uns mehr
als ein bezaubernder Blick.
|
Johann
Gottfried von Herder |
1744
- 1803 |
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22 |
Zu
unsers Lebens oft getrübten Tagen
gab uns ein Gott Ersatz für alle Plagen,
daß unser Blick
sich himmelwärts gewöhne,
den Sonnenschein,
die Tugend
und das Schöne. |
Johann
Wolfgang von Goethe |
1749
- 1832 |
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23 |
So
wohl
tut nicht der Sonne Blick im Lenz,
Als Freundes Angesicht
in solcher Stunde.
Der Schlüssel
Willst du dich selber erkennen,
so sieh, wie die andern es treiben,
Willst du die andern verstehn,
blick in dein eigenes Herz.
|
Friedrich
von Schiller |
1759
- 1805 |
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24 |
Blicke
in die schöne Natur
und beruhige dein Gemüt
über das Müssende. |
Ludwig
van Beethoven |
1770
- 1827 |
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26 |
Es
bedarf,
um eine ähnlich gebildete Seele
zu begreifen,
oft nur eines äußeren Zeichens,
des rechten Blickes,
des innigen Wortes,
weil das Gleiche
das Gleiche versteht. |
Carl
Ritter |
1779
- 1859 |
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27 |
Der
Künstler steht da
zwischen dem Endlichen
und Unendlichen;
wo beide aneinanderstoßen,
fängt er den Blick
des Gewitters auf,
hält ihn fest
und gibt ihm ewige Dauer. |
Jacob
Grimm |
1785
- 1863 |
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28 |
Der
Blick des Neides
sieht zu seiner eignen Pein
Nur alles Fremde groß
und alles eigne klein.
Je höher
du wirst aufwärts gehn,
dein Blick wird immer allgemeiner;
stets einen größeren Teil
wirst du vom Ganzen sehn,
doch alles Einzelne wird immer kleiner.
|
Friedrich
Rückert |
1788
- 1866 |
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30 |
In
der Liebe hat der erste Blick
die Magie des zweiten Gesichts. |
Honoré
de Balzac |
1799
- 1850 |
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31 |
Ein
fester Blick,
ein hoher Mut,
sind zu allen Zeiten gut. |
Ludwig
Bechstein |
1801
- 1860 |
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32 |
Man
soll nie
auf den ersten Blick urteilen,
weil man sich
beim zweiten Blick
nur zu oft
vom Gegenteil überzeugt. |
Johann
Nepomuk Nestroy |
1801
- 1862 |
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34 |
Ein
tiefer Mensch glaubt an Wunder
und ist ihrer gewärtig,
glaubt an Magie,
glaubt, dass der Redner
seinen Gegner vernichten kann,
glaubt, dass der böse Blick
verzaubern kann,
glaubt, dass der Segensspruch,
der aus dem Herzen kommt,
heilen kann,
dass Liebe unser Können erweitert
und alle Hindernisse besiegt. |
Ralph
Waldo Emerson |
1803
- 1882 |
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35 |
Das
Auge ist himmlischer Natur.
Darum erhebt sich der Mensch
über die Erde
nur mit dem Auge;
darum beginnt die Theorie
mit dem Blicke nach dem Himmel.
Die ersten Philosophen
waren Astronomen. |
Ludwig
Feuerbach |
1804
- 1872 |
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36 |
Ich
kann verstehen,
daß ein Mensch zum Atheisten wird,
wenn er auf die Erde hinunterschaut.
Aber wie jemand
den Blick zum Himmel emporrichten
und sagen kann,
es gebe keinen Gott,
ist mir unbegreiflich. |
Abraham
Lincoln |
1809
- 1865 |
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38 |
Mit
gewissen Dingen der Einbildung
geht es einem wie mit dem Horizont.
Er existiert augenscheinlich.
Man hat ihn ja jederzeit vor sich,
wohin man auch blicken mag.
Aber hartnäckig weicht er zurück,
sobald man auf ihn zustrebt,
sei es langsam oder schnell.
Er bleibt immer in derselben Entfernung. |
Théophile
Gautier |
1811
- 1872 |
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39 |
Die
Zeit ist wie ein Bild von Mosaik;
Zu nah beschaut,
verwirrt es nur den Blick;
Willst du des Ganzen
Art und Sinn verstehn,
So mußt du's, Freund,
aus rechter Ferne sehn. |
Emanuel
Geibel |
1815
- 1884 |
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40 |
Das
rechte Wissen
ist wie ein Blick in den Sternenhimmel.
Je schärfer das Auge,
umso unermesslicher das Feld,
unergründlicher die Tiefe,
unerreichbarer das Ende.
Ja, die hellere Erkenntnis
eines einzigen Punktes
gibt uns tausend neue, unerkannte
zum Lohn. |
Julie
Eyth |
1816
- 1904 |
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42 |
Wie
ganz anders
beurteilen wir die Menschen,
wenn es uns vergönnt ist,
einen Blick
in ihr Innerstes zu thun,
und wir sollten uns daher,
ehe wir urteilen, bestreben,
diesen Einblick zu gewinnen. |
Emmy
von Rothenfels |
1822
- 1871 |
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43 |
Hebe
deinen Blick
von der Erde zum Himmel
welch bewundernswürdige Ordnung
zeigt sich da! |
Leo
Tolstoi |
1828
- 1910 |
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44 |
Die
Woche im Blick!
Der Mensch sieht meistens
wie man spricht,
im Auge seinen Balken nicht;
und hält ihn auch noch
das ist bitter
im Spiegel nur für einen
Splitter. |
Wilhelm
Busch |
1832
- 1908 |
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46 |
Die
Natur bedarf keiner Erläuterung;
um ihre Schönheit zu verstehen,
genügt ein offener Blick
und ein empfängliches Gemüt. |
Karl
Detlef |
1836
- 1876 |
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47 |
Ich
weiß nicht, was so beseligt,
als die Dankbarkeit eines Kindes,
eines kleinen Kindes,
dem man unerwartet
eine Freude gemacht hat,
und das sein Glück in einem strahlenden Blick ausspricht. |
August
Pauly |
1850
- 1914 |
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48 |
Die
meisten werden mit den Jahren
weitsichtig;
mir scheint dies eine,
dem Alter erteilte,
feine Lehre:
Kleinigkeiten in der Nähe
allmählich übersehen zu lernen,
um den klaren Blick
in eine große Ferne
zu schärfen. |
Helene
Gräfin von Waldersee |
1850
- 1917 |
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50 |
Wir
alle schreiten
durch die Gasse,
aber einige wenige
blicken zu den Sternen auf. |
Oscar
Wilde |
1854
- 1900 |
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51 |
Liebe
auf dem ersten Blick
ist ungefähr so zuverlässig
wie Diagnose
auf den ersten Händedruck. |
George
Bernard Shaw |
1856
- 1950 |
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52 |
Wer
den Blick nie
ins Weite, Unendliche lenkt,
wird kurzsichtig,
und wer immer
nach den Wolken guckt,
stolpert über die Steine. |
Jakob
Bosshart |
1862
- 1924 |
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54 |
Wie
selten ist der reine Blick,
das bereite Herz,
der aufmerksame Sinn? |
Hugo
von Hofmannsthal |
1874
- 1929 |
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54 |
Ein
freundlicher Blick ... |
Albert
Schweitzer |
1875
- 1965 |
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55 |
Daß
man einem Wasser
nicht auf den Grund
blicken kann,
beweist noch nicht,
daß es tief ist. |
Egon
Friedell |
1878
- 1938 |
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56 |
Ein
Blick ins Glas
gibt mehr Sehschärfe
als das beste Scherenfernrohr. |
Joachim
Ringelnatz |
1883
- 1934 |
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58 |
Nichts
bewahrt uns ... |
Aldous
Huxley |
1894
- 1963 |
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59 |
Die
Liebe besteht nicht darin,
dass man einander ansieht,
sondern dass man gemeinsam
in die gleiche Richtung blickt.
Um klar
zu sehen,
genügt oft ein Wechsel
der Blickrichtung.
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Antoine
de Saint-Exupery |
1900
- 1944 |
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60 |
Nicht
jeder Blick ... |
Manfred
Hinrich |
1926
- 2015 |
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60 |
Ein
Blick durchs Schlüsselloch ... |
Gerd
W. Heyse |
1930
- 2020 |
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62 |
Fernzusehen
... |
Erwin
Koch |
*1932 |
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63 |
Es
gibt Ewiggestrige ... |
Willy
Meurer |
1934
- 2018 |
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64 |
Autos
blicken ... |
Raymond
Walden |
*1945 |
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64 |
Lerne
mit den Ohren sehen, ... |
Georg
Skrypzak |
*1946 |
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66 |
Was
wir alle Tage ... |
Anke
Maggauer-Kirsche |
*1948 |
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67 |
Wer
durch den Nebel irrt ... |
Bernd
Maczigewski |
*1950 |
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68 |
Einen
Menschen ... |
Helmut
Glaßl |
*1950 |
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70 |
Zugeworfene
Blicke ... |
Almut
Adler |
*1951 |
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71 |
Es
gibt keine größere ... |
Siegfried
Wache |
*1951 |
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72 |
In
der Jugend ... |
Ruth
W. Lingenfelser |
*1952 |
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74 |
Weltbilder
... |
Andreas
Tenzer |
*1954 |
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|
75 |
DurchBlicke
... |
Bernd
Mai |
*1957 |
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76 |
Verliere
dein großes Ziel ... |
Lilli
U. Kreßner |
*1957 |
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78 |
So
mancher Augenblick ... |
Lilli
U. Kreßner |
*1957 |
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79 |
Ein-,
Über- und Durch- ... |
Stephan
Dreyer |
*1957 |
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80 |
Je transparenter
...
Der Blick
hinter die Kulissen ...
|
Justus
Vogt |
*1958 |
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82 |
Ein
Mensch ... |
Thomas
Häntsch |
*1958 |
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83 |
Manche
Menschen ... |
Wolfgang
J. Reus |
1959
- 2006 |
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84 |
Humor
... |
Torsten
Marold |
*1962 |
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86 |
Durch
die Brille ... |
Thorsten
Müller |
*1974 |
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87 |
Hebt
man den Blick,
so sieht man keine Grenzen. |
aus
Japan |
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88 |
Wer
aufwärts will,
muß aufwärts blicken. |
deutsches
Sprichwort |
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91 |
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Bilder |
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5 |
Mosaik-Museum |
Istanbul |
9 |
Abendhimmel |
Tettnang |
13 |
Rose |
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17 |
Fasnet-Maske |
Tettnang |
21 |
Schloss
Belvedere |
Wien |
25 |
Mohn |
|
29 |
Schloss
und Stadt |
Sigmaringen |
33 |
Edelkastanie |
|
37 |
Obst-
und Hopfenfeld |
Tettnang |
41 |
Armillarsphäre |
Wien |
45 |
gesplitterter
Stamm |
|
49 |
St.
Servatius |
Quedlinburg |
53 |
Steine |
Verzascatal |
57 |
Wasserglas |
Inzigkofen |
61 |
Kaktus |
|
65 |
Scheinwerfer
Ford N |
|
69 |
Mumienmaske |
Hildesheim |
73 |
Basilika
San Vitale |
Ravenna |
77 |
Kornblume |
|
81 |
Münster |
Ulm |
85 |
ein
Schweißtropfen |
|
89 |
Campanile
di San Marco |
Venedig |
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93 |
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Impressum |
Schrift |
Kursive
und Kapitalis
mit ParallelPen
Verkleinerung der Texte
auf 35 bzw. 29 % |
Einband |
Ganzgewebe |
Auflage |
11
nummerierte Exemplare
auf Maschinenbütten |
alle
Arbeiten |
Claudia Richter
Tettnang 2025 |
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